Noch sind wir in Helsinki.
Trotzdem stehen wir heute wieder einmal für unsere Verhältnisse ziemlich früh auf.
Denn wir haben eine Fähre gebucht.
Gestern.
Spontan.
Von Helsinki nach Tallinn.
Bei dieser Verbindung kann man sich das offenbar erlauben. Vielleicht bekommt man nicht unbedingt die bevorzugte Abfahrtszeit bei der Lieblingsreederei, aber irgendwie kommt man schon über den Finnischen Meerbusen.
Dieses Mal haben wir über Direct Ferries sogar ein echtes Schnäppchen gemacht: knapp 120 Euro inklusive aller Gebühren.
Normalerweise ist die Direktbuchung bei der Reederei günstiger. In unserem Fall hätte sie allerdings mehr als 30 Euro zusätzlich gekostet.
Das gesparte Geld lässt sich schließlich auch hervorragend in der Bordbar investieren.
Wir fahren heute mit Viking Line und haben die zweite Abfahrt des Tages erwischt. Damit bleibt uns nach der Ankunft noch reichlich Zeit in Estland, bevor die Sonne untergeht.
Also geht es schon ziemlich bald Richtung Hafen.
Hafen
Von unserem Stellplatz kommen wir so schnell durch die Stadt, dass kurzzeitig sogar die Hoffnung aufkommt, vielleicht noch die frühere Fähre zu erwischen.
Aber nein.
Dieses Mal werden wir nicht einfach umgebucht.
Also warten.
Zeit genug, um im Hafen erst einmal etwas zu frühstücken.
Natürlich sind wir nicht die Ersten, die auf unsere Fähre warten. Aber immerhin stehen wir ziemlich weit vorne.
Beim Boarding führt das schließlich dazu, dass wir zwischen den LKWs auf dem Fahrzeugdeck landen.
Besonders eng wird trotzdem nicht gepackt.
Offenbar ist die Fähre heute nicht ganz ausgebucht.







Fähre
Draußen an Deck ist es eigentlich relativ warm.
Eigentlich.
Denn der kräftige Wind macht es trotzdem ziemlich ungemütlich.
Wir verabschieden uns noch einmal von Helsinki, während die Fähre stetig Fahrt aufnimmt und Kurs auf Tallinn nimmt.
Etwas später ergattern wir drinnen zwei Plätze mit Blick aufs Meer.
Und mit Blick auf die Kuchentheke des Bistros direkt hinter uns.
Eine durchaus strategisch günstige Position.
Cappuccino und irgendetwas aus Plunderteig mit Mandeln werden schließlich unser zweites Frühstück.
Oder Mittagessen.
So genau muss man das auf einer Fähre vermutlich nicht nehmen.



Und nur zwei Stunden später können wir bereits den ersten Blick auf Tallinn erhaschen.
Für uns beide beginnt damit Neuland.
Im Baltikum war bisher noch keiner von uns.
Als sich die Passagiere langsam wieder zu ihren Fahrzeugen begeben, gehören wir natürlich zu den Letzten, die am Van ankommen.
Profis halt. 😉
Eilig haben wir es allerdings ohnehin nicht.
Denn während wir längst abfahrbereit zwischen den LKWs stehen, werden erst einmal sämtliche Reihen neben uns entladen.
Wir warten.
Und warten.
Aber irgendwann bewegt sich dann auch unsere Reihe.
Die Rampe kommt näher, wir rollen von der Fähre –
Estland, wir sind da!
Tallinn
Und was passiert auf fast jeder Reise mit unserem Van?
Richtig.
Der Transit hätte gerne mal wieder etwas.
AdBlue.
Also auf zu Motonet.
Das gibt es nämlich auch hier in Estland.
Biltema nicht.
Auf dem Weg dorthin kommen wir an einer Circle-K-Tankstelle vorbei und stellen fest, dass es in Estland AdBlue auch für PKW und Vans direkt an der Zapfsäule gibt.
Zu spät.
Aber gut zu wissen fürs nächste Mal.
Der Motonet in Tallinn ist noch einmal deutlich größer als der letzte, den wir in Schweden besucht haben. Entsprechend umfangreich ist auch das Sortiment.
Das AdBlue ist trotzdem schnell gefunden.
Zehn Liter im Kanister – und preislich ungefähr auf dem Niveau der Tankstelle.
Alles richtig gemacht.
Behaupten wir jetzt einfach mal.


Am Strand
Auf der Fähre hatten wir schon einmal überlegt, wo wir heute eigentlich übernachten könnten.
In der Nähe von Keibu Küla finden wir bei Park4Night einen als „4×4“ zugänglich beschriebenen, halb-offiziellen Stellplatz direkt an der Ostsee.
Klingt interessant.
Also fahren wir hin.
Vor Ort stellt sich dann heraus, dass der Platz sogar offizieller ist als gedacht. Wir befinden uns in einem Naturschutzgebiet, in dem es einen kleinen Bereich gibt, in dem ganz legal gecampt werden darf.
Nur hinkommen muss man erst einmal.
Google Maps möchte uns mehrfach über Wege schicken, die gesperrt sind. Erst mit Hilfe der Satellitenbilder finden wir schließlich die richtige Zufahrt.
4×4 braucht man zumindest bei den aktuellen Bedingungen nicht.
Bodenfreiheit dagegen schon.
Am Ende stehen wir tatsächlich direkt an der Küste.
Der Wind ebenfalls.
Eine ziemlich steife Brise sorgt dafür, dass längeres Herumsitzen vor dem Van heute nicht unbedingt zu den angenehmsten Beschäftigungen gehört.
Aber das ist eigentlich egal.
Vor uns die Ostsee. Um uns herum Natur. Und reichlich Platz.
Die Aussicht und dieses Gefühl von Freiheit machen den Platz zu etwas Besonderem.
Unser erster Abend im Baltikum.




