Orbis Balticus – Tag 9

Das Wetter bleibt auch heute stark ausbaufähig.

Zumindest für uns, die hier im Urlaub eigentlich etwas unternehmen wollen.

Regen und vereinzelte Gewitter werden den Tag bestimmen. Und so haben wir auch keine besondere Eile, unser Frühstück zu beenden und zu einem neuen Ziel aufzubrechen.

Aber zumindest das Ziel für heute steht fest.

Also so gut wie.

Falls das alles so funktioniert, wie wir uns das vorstellen.

Also eigentlich wie immer.

Perho

Wir kaufen ein.

In einem kleinen K-Market.

Premiere für Dani in Finnland. Dabei vergessen wir allerdings völlig, irgendwelche Fotos zu machen.

Dafür erstehen wir unsere ersten Riisipiirakka. Kleine Roggenteig-Pasteten mit Reisbrei gefüllt.

Die heute so typische Reisfüllung ist dabei keineswegs die ursprüngliche Variante. Traditionell wurden solche karelischen Piroggen unter anderem mit Gerste gefüllt. Später kamen Kartoffeln hinzu und mit der besseren Verfügbarkeit von Reis schließlich der Reisbrei, der heute vermutlich die bekannteste Füllung ist.

Uns interessieren in diesem Moment allerdings weniger die historischen Feinheiten.

Die ersten zwei von noch ziemlich vielen Riisipiirakka auf dieser Reise verspeisen wir direkt auf dem kurzen Weg zum nächsten Ziel.

Aber wir entdecken noch etwas anderes.

Kartoffelchips mit Koriander, Knoblauch, Chili und Kreuzkümmel.

An denen kommen wir natürlich ebenfalls nicht vorbei.

Und Bier brauchen wir auch noch. Sandels soll geschmacklich in eine ähnliche Richtung wie unser Pripps Blå aus Schweden gehen.

Das müssen wir selbstverständlich überprüfen.

Rein wissenschaftliches Interesse.

Salamajärvi National Park

Wir haben geplant.

Und der Plan geht tatsächlich auf.

Die Belegung der Camper-Stellplätze im Salamajärvi-Nationalpark ist überschaubar. Also parken wir und melden uns im Café und Shop des Nationalparks an. Denn die Stellplätze hier sind kostenpflichtig.

Die beiden Damen im Café haben allerdings noch etwas anderes für uns.

Frisch gebackene Zimtschnecken.

Kanelbullar auf Schwedisch. Oder Korvapuusti, wie sie auf Finnisch heißen.

Wobei die direkte Übersetzung von Korvapuusti ungefähr „Ohrfeige“ bedeutet.

Warum eine Zimtschnecke Ohrfeige heißt?

Keine Ahnung.

Ist uns in diesem Moment aber auch ziemlich egal.

Die beiden frisch gebackenen Korvapuusti werden uns die Zeit bis zur nächsten Regenpause im Van ganz hervorragend überbrücken.

Gut gestärkt und nachdem wir den Regen abgewartet haben, geht es auf eine kleine Wanderung.

Nicht weit.

Nur einmal um den kleinen See herum.

Besonders schnell wollen wir dabei ohnehin nicht sein. Schließlich sind wir wegen der Waldrentiere hier. Und davon soll es im Salamajärvi-Nationalpark eine ganze Menge geben.

Also Augen auf und langsam gehen.

Sechs Kilometer über Stock und Stein.

Und zwar ziemlich wörtlich.

Der Weg führt über Wurzeln, Steine und immer wieder durch nasses Gelände. Damit wird die vermeintlich kleine Runde dann doch etwas anstrengender als gedacht.

Nach gut zwei Stunden sind wir wieder am Van.

Geregnet hat es entgegen unserer Planung dann doch fast die ganze Zeit. Schön war die Runde trotzdem.

Und ein paar Heidelbeeren haben wir zum Schluss auch noch gesammelt.

Was uns allerdings nach wie vor fehlt:

Waldrentiere.

Und so geht ein unspektakulärer und ruhiger Tag zu Ende.

Für morgen haben wir noch einen Versuch geplant, die Waldrentiere zu entdecken.

Vielleicht haben wir dann mehr Glück.

Wir werden sehen.

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