Orbis Balticus 2026

Mit dem Van durch Skandinavien und das Baltikum. Mitunter planlos.

Es ist Sommer. Es ist Urlaub. Wir fahren los.

Natürlich haben wir uns dafür den perfekten Tag ausgesucht. Unser Bundesland hat gerade Ferien bekommen und so werden wir sicher viele Mitreisende aus unserer Nachbarschaft haben. Gemeinsam reist es sich doch gleich viel besser.

Wir starten am Samstag. Zu unserer Überraschung ist die A3 bis Leverkusen allerdings ziemlich leer.

Die A1 später in Richtung Bremen und Hamburg ebenfalls.

Wo wollen wir eigentlich hin?

Der Plan ist, nach Schweden zu fahren, von dort weiter nach Åland und anschließend nach Finnland. Und dann irgendwie zurück. Fahren? Fähre? Das wird sich noch ergeben.

Heute geht es jedenfalls nur bis kurz vor Flensburg. Das ist gesetzt. Dort haben wir uns ein paar mögliche Übernachtungsplätze herausgesucht.

Gut geplant und vorbereitet, wie wir sind, fällt uns unterwegs dann noch ein, dass wir vielleicht irgendwo einkaufen sollten. Sonst bleiben wir am Sonntag hungrig, bis wir Dänemark erreichen.

Oder einen Bäcker finden.

Irgendwas wird sich schon ergeben.

Werne

Wir sind erst zwei Stunden unterwegs. Aber ein braunes Getränk wäre jetzt sicher nicht kontraproduktiv. Es selbst zu brauen wäre möglich. Es sich brauen zu lassen ein Luxus, den wir jetzt gerne in Anspruch nehmen.

Und so stehen wir bei McDonald’s. Genau bei dem Restaurant, bei dem unser Van nicht in die Parklücke passt. Und viele PKW ebenfalls nicht.

Aber der Kaffee ist absolut genießbar. Eigentlich sollte man erwarten, dass ein Schnellrestaurant konstant einheitliche Qualität liefert. Aber irgendwie sind sie doch unterschiedlich.

Werne funktioniert. Und das ist gut so.

Weiter geht es.

Kurz vor Bremen meldet Google Maps ein wenig mehr Verkehr und kennt eine Abkürzung. Die soll 20 Minuten sparen. Okay, die nehmen wir.

Als wir später wieder auf die A1 auffahren, wird klar, dass wir Glück hatten. Es gab offensichtlich einen Unfall. Und eine Vollsperrung. Die haben wir nun umfahren und können unseren Weg einfach fortsetzen.

Später sehen wir auf der Gegenfahrbahn noch ein Wohnmobil auf der Seite liegen.

Die Einsatzkräfte haben heute wohl einiges zu tun.

Sottrum

In Sottrum gibt es einen Lidl. Gut von der Autobahn zu erreichen. Perfekt für den notwendigen Einkauf, bevor wir morgen in Schweden ankommen.

Wir haben sogar eine Einkaufsliste. Wir sind schließlich vorbereitet.

Allerdings fallen im Laden dann doch noch ein paar Dinge mehr in den Einkaufswagen. Kann passieren.

Wieder am Van überlegen wir, ob uns nicht doch noch ein Raumerweiterungszauber für den Kühlschrank einfällt.

Lohe-Föhrden

Wir haben einen Platz für die Nacht gefunden. Noch ungefähr 60 Kilometer bis Flensburg. Bis auf den Elbtunnel hatten wir keinen Stau. Kann man für einen Samstag zum Ferienbeginn so nehmen. Kurz vor Hamburg sahen wir auch noch eine mobile Fußgängerbrücke auf einem LKW verladen. Die Brücke kennen wir. Die ist für das Wacken Open Air.

Jetzt wird gekocht und gechillt, bevor es morgen weiter nach Schweden geht.

Wir stehen auf einem kleinen Wanderparkplatz, unweit einer Art landwirtschaftlichem Betriebshof. Zu wohnen scheint dort niemand.

Der Platz ist ganz okay. Weniger okay ist, dass Leute ihre Trenntoilette einfach in den Wald kippen. Und auch die Feuchttücher, die hier herumliegen, müssten da nicht unbedingt sein.

Übrigens ist im gesamten Norden gerade ein einziger Regenschauer unterwegs.

Der befindet sich natürlich direkt über uns.

Als der kurze Schauer vorbei ist, machen wir doch noch eine kleine Wanderung. Und schon nach kurzer Zeit stellen wir fest: Wir bewegen uns auf historischen Pfaden.

Dieses Wegesystem gehörte im Mittelalter und noch bis ins 19. Jahrhundert offensichtlich zu den wichtigen Nord-Süd-Verbindungen zwischen Jütland, Flensburg und Schleswig im Norden und Hamburg im Süden.

Natürlich hat so ein Weg auch einen Namen: Ochsenweg.

Und wofür er unter anderem genutzt wurde, lässt sich daraus schon ganz gut ablesen. Über Jahrhunderte wurden auf diesen Wegen große Viehherden, vor allem Ochsen, aus Jütland Richtung Süden getrieben.

Aber damit nicht genug.

Auch geologisch haben wir uns für unseren eher zufällig ausgesuchten Übernachtungsplatz offenbar etwas Besonderes ausgesucht: Wir befinden uns in einem Binnendünengebiet.

Damit hatten wir jetzt nicht gerechnet.

60 Kilometer vor Flensburg. Auf einem Wanderparkplatz. Neben einem Betriebshof.

Manchmal funktioniert planlos ganz gut.

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