Tag 18: Hamra bis Lindesbergs kommun

Hamra bis Lindesbergs kommun – heute geht es weiter nach Süden. Ich starte im Neuschnee, mache den üblichen Stopp, schaue in die Vergangenheit, kaufe ein und habe ein letztes BBQ im Schnee.

Neuschnee

In der Nacht hat es geschneit.
Und es schneit immer noch.

Nicht besonders stark – aber konstant.
So zwei bis drei Zentimeter dürften inzwischen gefallen sein.

Der Himmel präsentiert sich entsprechend in einem sehr konsequenten Grau.

Die Nacht selbst war dagegen perfekt.
Absolut ruhig.

Seit meiner Ankunft habe ich keinen einzigen Menschen gesehen.

Eigentlich hatte ich vor, heute noch eine kleine Schneeschuhwanderung zu machen.

Dafür muss man allerdings zunächst herausfinden,
ob man überhaupt noch erkennen kann, wo man eigentlich hinläuft.

Und genau da liegt das Problem:

Die geringe Menge Neuschnee gepaart mit ein wenig Wind reichen bereits aus, um die Spuren der Winterwege über den Eisflächen praktisch verschwinden zu lassen.

Plötzlich sieht alles gleich aus.
Weiß, flach und erstaunlich orientierungslos.

Eine interessante Erinnerung daran,
wie schnell der Winter hier oben selbst vertraute Wege einfach wieder verschwinden lassen kann.

Und mir ist hier eigentlich nicht so viel vertraut…

Es ist wieder soweit…

Ein Piepsen.
Eine Kontrollleuchte.

Und mein Van teilt mir mit, dass er jetzt gerne etwas hätte:

AdBlue.

Das musste ja irgendwann kommen.

Dieses Mal allerdings erstaunlich spät.
Rein theoretisch würde die verbleibende Menge problemlos noch bis Deutschland reichen.

Aber…
hier gibt es einen Biltema.

Und Biltema besitzt bekanntlich eine ganz eigene Anziehungskraft.

Also kurzerhand zehn Liter gekauft und eingefüllt.

Pflichtbewusstes Fahrzeugmanagement
mit leichtem skandinavischem Baumarkt-Tourismus kombiniert.

Und dann geht es weiter.

Ludvika

Auf dem Weg Richtung Örebro komme ich erneut durch Ludvika.

Dort befindet sich eines der vielen Museen in Dalarna, die sich mit dem Wandel von Industrie und Gesellschaft beschäftigen.

Die Anlage besteht im Prinzip aus zwei Teilen:
einer alten Hofanlage, die früher für die Versorgung der Minenarbeiter zuständig war, und der eigentlichen Mine selbst.

Leider sind im Winter die Gebäude geschlossen, sodass man vieles nur von außen betrachten kann.

Trotzdem bekommt man schon jetzt einen guten Eindruck davon, wie eng hier oben früher Arbeit, Alltag und Landschaft miteinander verbunden waren.

Aber eines ist klar:

Hier müssen wir im Sommer noch einmal hin.

COOP

Einkaufen im COOP Ludvika.

Witzig eigentlich – vor ein paar Jahren waren wir schon einmal hier.
Damals allerdings im Sommer.

Eigentlich wollte ich diesmal nur schnell etwas Wasser holen.
Wie so oft blieb es natürlich nicht dabei.

Zwischendurch fallen einem plötzlich noch fünf andere Dinge ein, die man „dringend“ braucht.

Und trotzdem habe ich am Ende ausgerechnet die Schokolade vergessen.

Der Eisbergsalat blieb dagegen ganz bewusst im Regal.
Fast fünf Euro pro Kopf erschienen mir dann doch etwas zu ambitioniert für ein Gemüse, das hauptsächlich aus Wasser besteht.

Eine positive Überraschung gab es allerdings auch:

Frühlingszwiebeln waren endlich mal wieder bezahlbar.
Etwa 1,20 € für ein großes Bund – fast schon ein kleines Erfolgserlebnis im skandinavischen Lebensmitteleinzelhandel.

Lindesbergs kommun

Ich hatte mir bei Park4Night gleich mehrere mögliche Plätze herausgesucht.
Allerdings war von Anfang an klar, dass viele davon wegen des Schnees wahrscheinlich nicht erreichbar sein würden.Am Ende bin ich hier am Rand eines kleinen Dorfes geblieben.
Ganz offiziell darf man außerhalb des beschrankten Bereichs stehen – obwohl zwei Häuser in Sichtweite liegen.Für skandinavische Verhältnisse fühlt sich das fast schon überraschend „nah an der Zivilisation“ an.Und weil es letztes Mal einfach zu gut war, habe ich mir für den vermutlich letzten Abend mit Lagerfeuer noch einmal diese herrlich leckeren Grillkorvs besorgt.Man muss schließlich Prioritäten setzen.

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