Tag 19: Stråssa bis Halmstad

Stråssa bis Halmstad – die letzten 24h dieses Trips in Schweden brechen an. Es geht heute über Örebro nach Halmstadt, wo ich für morgen früh eine Fähre nach Dänemark gebucht habe.

Stråssa

Gut geschlafen werfe ich am Morgen einen Blick aufs Thermometer.

Und tatsächlich:
Draußen sind es noch einmal –17 °C.

Damit hatte ich ehrlich gesagt nicht mehr gerechnet.

Also wird zum Aufwärmen direkt wieder die Zusatzheizung aktiviert.
Und siehe da: Auch heute läuft sie völlig problemlos.

Offenbar hat der Diesel inzwischen beschlossen, doch flüssig bleiben zu wollen.

Nach dem Kaffee mache ich noch ein paar Fotos vom kleinen Badplats hier am Ort.

Der Platz ist sehr schlicht gehalten.
Man merkt, dass der Gemeinde vermutlich kein riesiges Budget zur Verfügung steht.

Gerade das macht den Ort aber irgendwie sympathisch.

Besonders witzig finde ich allerdings etwas anderes:

Die Bewohner haben sich auf dem kleinen zugefrorenen See offenbar einfach ihre eigenen Eisstraßen angelegt und kürzen damit quer über das Eis Wege durch das Dorf ab.

Skandinavischer Winteralltag in seiner wahrscheinlich praktischsten Form.

Örebro

Shurgard

Bei Shurgard stand heute wieder der obligatorische Räderwechsel an.

Die Spike-Reifen kommen runter, die ATs wieder drauf – und anschließend wird alles sorgfältig im Van verstaut.

Den Lagerraum selbst habe ich ebenfalls gekündigt.

Interessant fand ich, dass sich das Personal dort tatsächlich noch an Details unseres Gesprächs von vor drei Wochen erinnern konnte.

Offenbar hinterlässt ein deutscher Vanfahrer mit Reifenlagerung im schwedischen Winter doch einen gewissen Eindruck.

Leider habe ich völlig vergessen, Fotos zu machen.

Dabei wäre das eigentlich ein ziemlich typischer Moment dieser Reise gewesen:
irgendwo zwischen pragmatischer Schrauberaktion, Logistik und Winterroadtrip.

COOP

Ein allerletzter Einkauf vor Dänemark.

Auf der Liste stehen eigentlich nur ein paar Müllbeutel für die Schweizer und etwas Proviant in Form von Keksen für die weitere Fahrt.

Natürlich bleibt es auch diesmal nicht ganz dabei.

Die speziellen Müllbeutel für unseren Eimer gibt es hier leider nicht.
Dafür finde ich immerhin das passende Katzenstreu.

Allerdings nur theoretisch in größerer Menge.

Praktisch befinde ich mich nämlich in einem COOP innerhalb einer Mall, und das Thema Einkaufswagen scheint dort eher kompliziert organisiert zu sein.

Also bleibt es bei einer einzigen Packung –
mehr hätte ich ohne logistische Meisterleistung ohnehin nicht vernünftig transportieren können.

Jonköpping

In Jönköping tanke ich den Van noch einmal komplett voll.

Der Plan ist klar:
In Halmstad kommen später nur noch die letzten Liter dazu.

Denn aktuell ist Diesel in Dänemark deutlich teurer als in Schweden.

Und irgendwo hört selbst bei einem Roadtrip die Abenteuerlust auf –
nämlich meistens genau dort,
wo die Zapfsäule plötzlich europäische Spitzenpreise aufruft.

Bei Halmstad

Mein Platz für die Nacht hat zwar die Autobahn im Rücken, dafür aber den Kattegat im Westen.

Und dieser Blick entschädigt ziemlich gut für alles andere.

Schnee am Strand sieht man in diesen Breiten schließlich auch nicht allzu oft.
Die Kombination aus winterlicher Küste, grauem Meer und weißem Sand wirkt irgendwie gleichzeitig fremd und vertraut.

Dazu dieses kalte, klare Licht.

Ein schöner Ort für die letzte Nacht hier oben im Norden –
selbst wenn im Hintergrund gelegentlich die Autobahn daran erinnert,
dass der Rückweg längst begonnen hat.

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