Orbis Balticus – Tag 4

Lindesberg

Wir haben super gut geschlafen. Der letzte Badegast ist gestern gegen 22 Uhr verschwunden und seitdem ist niemand mehr aufgetaucht.

Nach der üblichen Zeremonie rund um den morgendlichen Kaffee verlassen wir diesen Platz wieder.

Aber natürlich nicht, ohne vorher noch eine Runde im See zu schwimmen.

Wenn wir schon an einem Badplats übernachten, gehört sich das schließlich so.

Eko Museum Ludvika

In diesem Museum war ich im Februar schon einmal. Und ich wollte unbedingt wiederkommen.

Dass das so schnell passieren würde, war allerdings nicht unbedingt abzusehen.

Im Winter konnte ich mir bereits einen sehr guten Eindruck von den Gebäuden und dem Gelände verschaffen. Was damals fehlte, waren die vielen Exponate in den Gebäuden. Die waren im Winter nämlich geschlossen.

Und gerade dort gibt es einiges zu entdecken.

Zu sehen sind nicht nur Gegenstände aus den großen Höfen, die einst die Bergwerke der Region versorgten. Daneben findet sich eine ziemlich bunte Sammlung historischer Alltagsgegenstände und Geräte aus dem 19. Jahrhundert bis weit ins 20. Jahrhundert hinein. Schellackplatten liegen da neben Musikkassetten und allerlei Dingen, die man entweder noch aus dem eigenen Alltag kennt oder noch nie zuvor gesehen hat.

Ein wenig zusammengewürfelt ist das alles schon.

Aber genau das hat seinen ganz eigenen Charme.

Auf der anderen Seite der Bahnstrecke stehen dann verschiedene Gebäude aus dem Bergbau. Sie wurden von ehemaligen Bergwerken der Region hierhergebracht und auf dem Museumsgelände wieder aufgebaut.

Und natürlich gibt es auch Fika. Guten Kaffee und etwas Süßes bekommen wir von zwei jungen Frauen serviert.

Am Ende sind wir fast zwei Stunden hier.

Zwei wirklich schöne Stunden.

Ljusdal

Manchmal muss man mit seinem Campervan auch einfach Wasser nachtanken.

In Ljusdal fragen wir an einer Tankstelle nach. Und ja, natürlich dürfen wir hier Wasser zapfen. Wie so oft in Schweden hat auch das Wasser an der Zapfstelle Trinkwasserqualität.

30 Liter später geht es weiter zu unserem Tagesziel.

Und das liegt deutlich weiter nördlich, als Eingeweihte nach unserer bisherigen Planung vermutlich erwartet hätten.

Moment mal.

Wollten wir nicht eigentlich Richtung Stockholm?

Was ist da denn passiert?

Ljusdals kommun

Angekommen am Stellplatz.

Die letzten 20 Kilometer ging es nur noch über Schotterstraßen durch den mehr oder weniger lichten Wald, der für diese Region so typisch ist. Noch ist es trocken und entsprechend eingestaubt ist inzwischen unser Heck.

Auf den Bildern sieht man das leider gar nicht so richtig.

Unser Stellplatz ist der verhältnismäßig große Parkplatz an einem Naturreservat. Das beginnt direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite und nicht weit entfernt gibt es einen Badesee.

Den werden wir gleich noch genauer unter die Lupe nehmen.

Jetzt sind wir allerdings erst einmal hungrig. Tortellini mit einer Art Arrabbiata-Sauce sind dafür perfekt. Schnell zubereitet, schmecken gut und machen satt.

Eine kleine Wanderung

Danach geht es los.

Unser kleiner Spaziergang – Wanderung kann man die drei Kilometer nun wirklich nicht nennen – führt uns im Prinzip einmal um den See herum.

An der Westseite gibt es einen kleinen Strand, an dem tatsächlich ein paar Leute baden. Außerdem kann man hier offensichtlich eine Hütte mieten und an ziemlich komfortabel ausgestatteten Grillstellen sein BBQ zubereiten.

Wir setzen unseren Weg um den See fort.

Schon bald verschwinden die Zeichen der Zivilisation wieder und wir tauchen ein in dieses typische Naturpark-Schweden: kleine Pfade durch den Wald und hier und da ein unscheinbares Schild an einem Baum, das bestätigt, dass wir tatsächlich noch auf dem richtigen Weg sind.

Der See führt momentan ziemlich wenig Wasser. An seiner Südseite verlassen wir deshalb den eigentlichen Pfad und laufen direkt am Ufer entlang. Das geht deutlich einfacher und wird den Spuren nach zu urteilen wohl von den meisten Besuchern so gemacht.

Schließlich kommen wir wieder an dem kleinen Strand vorbei, an dem vorhin noch Leute im Wasser waren.

Inzwischen schauen wir uns das Wasser etwas genauer an.

Und das sieht gar nicht mehr so einladend aus.

Es ist eine deutliche Algenentwicklung zu erkennen und auch der Geruch entspricht nicht unbedingt dem, was wir von einem Badesee hier in der Region erwarten würden.

Damit ist die Entscheidung schnell gefallen.

Heute kein Bad. Morgen wahrscheinlich ebenfalls nicht.

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