Orbis Balticus – Tag 3

Badplats

Wir haben wunderbar geschlafen. Allerdings hat es fast die ganze Nacht geregnet.

Clever, wie wir sind, fiel unsere Wahl natürlich auf die lauschige Ecke unter einem Baum.

Aber wir waren gestern auch erst relativ spät hier, nach 20 Uhr, und wollten nicht unbedingt Tür an Tür mit einem unserer beiden Nachbarn stehen. Also haben wir uns einen Platz gesucht, der maximal weit von den anderen entfernt ist und es gleichzeitig eher unwahrscheinlich macht, dass sich später noch ein weiteres Wohnmobil direkt neben uns stellt.

Das hat sich ausgezahlt.

Die Belgier, die gegen 22 Uhr noch ankamen, stehen jetzt den anderen beiden in der Sicht auf den See. Wir hingegen müssen niemanden sehen, solange wir die Blende nach vorne nicht öffnen.

Wie immer gilt am Morgen: erst Kaffee, dann Frühstück.

In Schweden, an einem See, kommt allerdings noch etwas dazu: das Bad im See.

Und so nutzen wir eine Regenlücke.

Wer sich jetzt fragt, warum wir zum Baden darauf warten, dass es nicht regnet, obwohl wir ohnehin nass werden: So können wir uns anschließend draußen abtrocknen.

Durchdacht bis ins Detail.

Zeit für ein paar schnelle Eindrücke bleibt ebenfalls noch.

Dann geht es weiter nach Norden.

Vetlanda

Vetlanda … oder so.

Wir brauchen ein paar Sachen und der Willys hier bei Vetlanda liegt gerade passend auf dem Weg.

Auf den ersten Blick ein ganz normaler Willys. Aber dann: Alles gibt es nicht.

Mein Lieblings-Pripps fehlt. Pripps ist inzwischen meine bevorzugte schwedische Biersorte, am liebsten in der leichten Variante mit 2,8 %. Hier gibt es allerdings nur 3,5 %.

Natürlich schmeckt das auch.

Stilles Wasser gibt es ebenfalls nicht. Das ist im Sommer allerdings gar nicht so ungewöhnlich. Und meine bevorzugten Grillkorv und Ostkorv einer bestimmten Marke fehlen auch.

Wir werden also noch einen weiteren Supermarkt benötigen.

Übrigens parken wir direkt vor Biltema.

Eigentlich ist es inzwischen fast schon ein Running Gag, dass wir mindestens einmal in jedem Skandinavienurlaub wegen irgendwelcher Dinge zu Biltema müssen. Irgendetwas fehlt. Irgendetwas geht kaputt. Und irgendetwas stellt sich als praktisch heraus, von dem wir vorher noch gar nicht wussten, dass wir es brauchen.

Heute allerdings nicht.

Und wir sind guter Dinge, dass wir Biltema dieses Mal höchstens zum Kauf von AdBlue benötigen werden.

Das kann eigentlich nur gutgehen.

Aber auf dieser Reise werden wir ja auch noch Gelegenheit bekommen, die finnische Konkurrenz kennenzulernen.

Coop bei Örebro

Südlich von Örebro gibt es ein großes Einkaufszentrum mit einem ebenso großen Coop. Hier war ich ebenfalls schon das ein oder andere Mal. Vor allem, weil man mit dem Van problemlos parken kann und von dort nicht nur den Coop, sondern auch die anderen Läden bequem erreicht.

Der Coop enttäuscht uns auch dieses Mal nicht.

Mein Lieblings-Pripps ist vorrätig.

Was mich dabei immer wieder erstaunt: Die Variante mit 2,8 % ist in Schweden preiswerter als die alkoholfreie.

Die 2,8 % sind übrigens kein Zufall. Bis einschließlich dieser Grenze fällt in Schweden für Bier keine Alkoholsteuer an. Bei 3,5 % sieht das schon anders aus. Das erklärt auch, warum man gerade diese 2,8-%-Biere so häufig und vergleichsweise günstig im Supermarkt findet.

Warum die Variante mit noch weniger Alkohol dann wieder mehr kostet, erklärt das allerdings nicht.

Stilles Wasser findet ebenfalls seinen Weg in den Einkaufswagen. Dazu Tee, Grillkorv und noch so ein paar Kleinigkeiten, die wir eigentlich gar nicht gebraucht hätten.

Und so verbringen wir mit Einkaufen mal wieder deutlich mehr Zeit, als unbedingt notwendig gewesen wäre.

Weit fahren wollen wir heute ohnehin nicht mehr.

Also alles halb so schlimm.

Badplat Sjöängsfallet/Lindesberg

Über Park4Night haben wir einen Badplats gefunden, bei dem wir mit unserem Van die Locals wahrscheinlich kaum stören.

Denn die Sache mit dem Übernachten an Badplätzen wird in Schweden offensichtlich zunehmend zum Problem. Diese Plätze sind schließlich in erster Linie für die Menschen vor Ort gedacht und nicht als kostenlose Wohnmobilstellplätze für Touristen.

Wenn dann der Parkplatz abends voller Wohnmobile steht oder die Fahrzeuge gleich in Instagram-Position direkt am Strand geparkt werden, ist das für die eigentlichen Nutzer sicherlich nicht besonders genial. Entsprechend gibt es inzwischen immer mehr Badplätze, an denen das Parken oder Übernachten mit Wohnmobilen und Caravans eingeschränkt oder ganz verboten ist.

Das im Hinterkopf versuchen wir, so zu stehen, dass wir möglichst niemanden stören. Und wenn das nicht funktioniert, gehen wir eben nur baden und fahren anschließend weiter.

Heute stehen wir nördlich von Örebro an einem Badplats mit einem ganz normalen, großzügigen Parkplatz. Dort können wir den Van problemlos in einer Ecke abstellen, ohne jemandem im Weg zu sein.

Unsere Sachen zum Baden und Grillen nehmen wir mit zum Strand. So, wie es die Locals auch machen.

Es gibt Chorizo in schwedischer Ausprägung mit frischem Gurken-Tomaten-Salat. Dazu ein kühles Pripps und Sonnenuntergang.

Kann schlechter laufen.

Und als wir später am Abend zurück zum Van gehen, sind wir ohnehin die Einzigen, die noch da sind.

Orbis Balticus Tag 3
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