Ein weiterer Tag beginnt mit einem neuen Morgen.
Auch hier haben wir gut geschlafen. Es war absolut still.
Bis die Ersten in aller Frühe aufbrechen.
Und ungefähr zur selben Zeit die Ersten ankommen, um sich einen Parkplatz für den Tag zu sichern.
Beim Kaffee klopft es dann an unserer Tür.
Eine Rangerin möchte, dass wir umparken. Entgegen dem Schild, das eigentlich zum schrägen Parken auffordert, sollen wir senkrecht wie die anderen Fahrzeuge in den Parklücken stehen. So passen offenbar einfach mehr Autos auf den Parkplatz.
Da wir ohnehin bald Richtung Umeå aufbrechen wollen, einigen wir uns darauf, dass sich das Umparken für die kurze Zeit nicht mehr lohnt.
Nebenbei erfahren wir auch, warum das Ganze notwendig ist: Tagsüber herrscht hier regelmäßig Chaos. Die Parkplätze sind voll und immer wieder müssen Fahrzeuge abgewiesen werden. Nicht nur Camper.
Und wir haben noch nicht einmal Wochenende.
Im Winter war das irgendwie anders.
Da standen wir hier zu dritt.
Wohlgemerkt: auf der gesamten Parkplatzanlage.
Also klüngeln wir heute Morgen nicht lange herum und machen uns bald auf den Weg Richtung Umeå.

Entsorgung
In Schweden und Norwegen gibt es entlang der größeren Straßen immer wieder ziemlich gut ausgestattete Rastplätze. Normalerweise mit beheiztem Toilettenhaus und häufig auch einer Möglichkeit, die eigene Toilette zu entsorgen.
Auf dem Weg Richtung Umeå nutzen wir natürlich mal wieder eine dieser wunderbaren Einrichtungen.
Wenn sie schon da sind.
Direkt nebenan gibt es hier sogar einen Campingplatz.
An der E4.
Also wirklich direkt an der E4.
Wahrscheinlich perfekt für alle, die möglichst schnell zum Nordkapp wollen und abends einfach nur irgendwo schlafen müssen.
Kann man machen …

Badplats
Wir sind weiterhin auf dem Weg nach Umeå. Das Wetter ist gut und angenehm warm.
Noch.
Was gibt es da Besseres, als noch einmal in einen See zu springen, bevor es mit der Fähre nach Finnland geht?
Südlich der Stadt finden wir in einem Vorort einen kleinen See mit Badplats.
Van abgestellt. Badeklamotten an. Rein ins Wasser.
Und dann die Überraschung.
Das hier ist mit Abstand der kälteste See unserer bisherigen Reise.
Also schwimmen wir eine kleine Runde. Eine wirklich kleine Runde.
Dann reicht es auch wieder.
Dabei ahnen wir noch nicht, dass der kalte See schon ganz gut zu dem passt, was uns in den nächsten Tagen erwartet.

Steine, Kaffee und Reis
Wir sind immer noch südlich von Umeå. Und hier gibt es etwas zu sehen, das man an diesem Ort wahrscheinlich nicht unbedingt erwarten würde: die nördlichsten bekannten Felsritzungen Schwedens.
Bevor wir uns die allerdings ansehen, gibt es erst einmal Mittagessen.
Heute Abend sind wir auf der Fähre und werden dort keine Möglichkeit haben, selbst etwas zu kochen. Also gibt es jetzt eine Reispfanne mit Zucchini, Paprika, Zwiebeln und Käsesauce.
Prioritäten.
Danach geht es zu den Felsritzungen von Norrfors.
Entdeckt wurden sie erst 1984 – und das eher zufällig von einer Gruppe Archäologiestudierender. Die Bilder selbst sind dagegen rund 4.000 bis 5.000 Jahre alt. Vor allem Elche wurden in den Fels geritzt, daneben finden sich aber auch Boote und menschliche Figuren.
Der Weg dorthin ist sehr schön angelegt. Über einen Bohlenweg geht es hinaus zu den Felsen direkt am Umeälven.
Die Ritzungen selbst sind interessant anzusehen. Als Nicht-Experte ist es allerdings schwierig, wirklich einzuordnen, was man da gerade vor sich hat.
Wie alt sind 4.000 oder 5.000 Jahre eigentlich?
Genau dabei hilft der Zeitstrahl am Geländer des Bohlenwegs. Über die zurückgelegte Entfernung macht er erfahrbar, wie weit wir in der Zeit zurückgehen müssen, um bei den Menschen anzukommen, die hier ihre Bilder in den Fels geschlagen haben.
Und plötzlich fühlt sich „ziemlich alt“ noch einmal etwas anders an.
Kurz gehen wir noch direkt hinunter zum Umeälven. Der führt gerade ziemlich viel Wasser.
Perfekt für ein paar Langzeitbelichtungen.
Also wird noch schnell die Kamera ausgepackt und das fließende Wasser für ein paar Sekunden festgehalten.
Wenn wir schon einmal hier sind.






Letzter Einkauf
… in Schweden.
Morgen werden wir in Finnland sein. Ein paar Sachen wollen wir vorher noch einkaufen, damit wir dort auch problemlos mal zwei Nächte hintereinander irgendwo stehen können, ohne uns Gedanken um die Versorgung machen zu müssen.
Coop werden wir in Finnland allerdings vermissen.
Dafür müssen wir uns dort wohl eine neue Lieblings-Supermarktkette suchen.
Wird es S-Market?
Oder K-Market?
Wir werden sehen.
Man muss auf Reisen schließlich Prioritäten setzen.

Ferry terminal
Heute Morgen haben wir das Ticket gekauft. Jetzt geht es nach Finnland.
Das mit den Ålandinseln hatte ja leider nicht geklappt. Hingekommen wären wir problemlos, nur mit der passenden Weiterfahrt nach Finnland sah es schlecht aus.
Also Planänderung.
Statt über Åland nehmen wir nun die Fähre von Holmsund bei Umeå über den Bottnischen Meerbusen nach Vaasa.
Von dort soll es in Finnland erst einmal Richtung Osten gehen.
Und danach?
Noch keine Ahnung.
Das wird sich ergeben.

Boarding
Boarding – und los geht’s nach Finnland


Vaasa, Finnland
Es ist mitten in der Nacht, als wir in Finnland ankommen.
Ein paar Kilometer müssen wir trotzdem noch hinter uns bringen.
Die Fahrt durch das nächtliche Vaasa ist unspektakulär. Kaum Verkehr, kaum Menschen. Die Stadt scheint weitgehend zu schlafen.
Auch als wir Vaasa hinter uns lassen, ändert sich daran wenig. Auf den Straßen sind wir nahezu allein unterwegs.
Finnland empfängt uns mit Dunkelheit und ziemlich viel Ruhe.
Voyri
Unser erster Schlafplatz dieser Reise in Finnland ist erreicht.
An einem alten Fähranleger finden wir direkt am Wasser einen wundervollen Platz für den Rest der Nacht. Die Fähre gibt es schon seit vielen Jahren nicht mehr. Sie wurde längst durch eine Brücke ersetzt.
Was geblieben ist, ist der alte Anleger.
Und heute Nacht wir.
Inzwischen wird es auch nicht mehr wirklich dunkler. Obwohl wir hier noch weit südlich der Mitternachtssonne sind, bleibt am Horizont die ganze Nacht ein wenig Licht.
Willkommen in Finnland.


